Japan 2015: Tag sechzehn: Teeverkostung und Umzug nach Kirishima

Am dritten Tag hieß es, von den Morimotos Abschied zu nehmen.

Bevor wir los mussten, hatten wir aber noch die Gelegenheit, uns die Ernte diesen Jahres näher anzusehen und auch zu probieren: Tobias gab uns eine Vorstellung der Tees, wie sie dieses Jahr sein werden.

Teeverkostung in Vorbereitung

Die Teeverkostung wird vorbereitet

Besonders interessant war dabei die Gegenüberstellung von Ara-chas, also den noch nicht final bearbeiteten „Rohtees“ und den dann sortierten und final erhitzten fertigen Tees.

Aracha

Aracha – Der Tee vor der Sortierung und der finalen Produktion

Sencha

Dieser Tee ist fertig sortiert: Keine Stengelteile mehr enthalten

Nach der Verkostung mussten wir in den Zug nach Kirishima (bzw. genauer: Maruo Hot Springs), denn aufgrund des Feiertags fuhren nur wenig Busse vom Bahnhof zum Kurort.

In Maruo fällt einem sofort der schweflige Geruch der Thermalquellen in die Nase: Es roch überall nach etwas überalterten Eiern.

Tag fünfzehn: Teeernte

Dienstag war der letzte Tag der ersten Ernte bei den Morimotos. Wir durften dabei sein, und auch ein wenig mit anpacken.

Nach dem Frühstück ging es auf’s Feld: Mit der Erntemaschine wurden die Teereihen geerntet – eine Sorte das allererste Mal seit der Neuanpflanzung. Auch für die routinierten Morimotos ein spannender Tag!

Teeerntemaschine im Feld

Shigeru Morimoto beim Ernten

Teernte: Helfer auf dem LKW mit Erntesäcken

Transport der Säcke zur Verarbeitung

Nachdem der Tee geerntet worden war, kam er in die eigene Verarbeitungsanlage der Morimotos, und wurde dort erst einmal kühl gelagert.

Tee nach der Ernte

Der frisch geerntete Tee in der Kühlung

Anschließend wurde der Tee verarbeitet – das grüne Blatt wird gedämpft, und anschließend getrocknet, um die Fermentation zu unterbrechen und den Tee haltbar zu machen.

Tobias schaut noch nicht trockenen Tee an

Ein Blick auf den Tee in der Trocknung

Einige der Tees der Morimotos gibt’s in Sabines Shop:

Den Bio Bancha Miyazaki,
den Bio Sencha Minami Sayaka,
den Bio Sencha Fukamushi,
den Bio Tokujou Kabusecha,
den Bio Kabuse Tamaryokucha und
den Bio Sencha mit Matcha.

Tag vierzehn: Zu den Morimotos

Montag ging es dann auf nach Miyazaki, zu den Morimotos. Auf die Morimotos haben wir uns besonders gefreut, da Sabine diverse Tees von ihnen in ihrem Online-Shop für Japan Tee hat.

Schlauerweise haben wir den Express genommen, nicht den Local Train, der 10 Minuten später gefahren wäre – was uns pro Person 10€ mehr gekostet hat, aber nichts gebracht, denn so konnten wir nur 40 Minuten länger heraus finden, dass es im Bahnhof von Miyazaki auch keine Postkarten gibt.

Unterwegs war zu sehen, dass sich viele Japaner schon auf den Kodomo no Hi (den Kindertag) vorbereitet hatten, und viele bunte Karpfenfahnen vor ihre Häuser gehängt.

Karpfenfahnen im Gegenlicht

Karpfenfahnen zum Kodomo no Hi

Weiter ging es dann mit der Bummelbahn nach Kawaminami, wo uns Tobias zusammen mit Shigeru Morimoto abgeholt hat.

Teebauer Shigeru Morimoto im Teefeld

Shigeru Morimoto auf einem seiner Teefelder

So eine herzliche Begrüßung und Aufnahme habe ich lange nicht erfahren – und gerade nach 2 Wochen distanzierter Höflichkeit in Japan war das echt überraschend.

Nachdem wir angekommen waren, und mit einem heißen Tee von der Reise etwas herunter gekommen, ging es dann in die Felder der Morimotos. Interessant ist die Lage – eigentlich ist die Region um Miyazaki fast komplett flach. Aber die Felder der Morimotos liegen zwischen 80 und 220 Höhenmetern.

Teepflanzen

Tee, soweit das Auge reicht

 

Kleine Teepflanze in Nahaufnahme

Kleine Teepflanze

Sabine betrachtet Teefeld

Sabine bei Morimotos größtem Teefeld

 

Abends gab es ein total leckeres japanisches Essen – samt Wein aus der Region und einer Spezialität: Süßkartoffelbrand.

Weinverkauf

Sabine und Tobias beim Weineinkauf

Tag dreizehn: Regen und Pause

Sonntag war so gut wie nichts los – wir haben den Regentag genutzt, um uns etwas zu erholen und den Schlaf von Samstag nach zu holen.

Kurz waren wir draußen, um im Kagoshima-Chuo-Bahnhof nach Geschenken zu gucken. Da das aber ganz viele gemacht haben, weil es eben Feiertag war und geregnet hat, sind wir auch schnell wieder nach Hause verschwunden.

Menschen vor Marktständen unter einem Glasdach

Die Golden Week in Kagoshima startet regnerisch

Auf dem Rückweg haben wir dann das Keiko-Teehaus in Kagoshima entdeckt, und dort wenigstens ein bischen Kuchen und Tee probiert.

Probebecher mit Tee und Schreibmaterial

Teeverkosten im Keiko-Teehaus

Tag zwölf: Tee in Kirishima

Samstag morgen ging es sehr früh aus den Federn. Aus Karatsu mussten wir bis 11:20 Uhr in Kirishima sein – also aus dem Norden von Kyushu nach Süden.

Berge vor dem Morgenhimmel

Früh am Morgen ging es los…

Deswegen sind wir schon bei Sonnenaufgang aufgebrochen, und haben ein Taxi zum Bahnhof genommen. Der Shinkansen hat uns dann fix nach Kagoshima-Chuo gebracht, von dort dann die Bummelbahn nach Kokubu.

Kaffee to go und eingepacktes Brötchen

Frühstück im Zug

Dort warteten schon Tobias von Marimo Tee sowie Nina und Dirk aus Portugal auf uns. Es ging zu Familie Hayashi in Kirishima, die uns ihr Tee-Programm probieren ließ. Wir fühlten uns sehr willkommen!

Herr Hayashi schlägt einen Matcha auf

Bei der Teeverkostung

Nach dem Tee-Tasting ging es zum Essen. Es gab wieder sehr, sehr leckere Cha-Soba.

Cha-Soba mit Saucenbehälter

Mittagessen: Grüntee-Nudeln

Anschließend ging es in die Tee-Gärten, und wir -vor allem Sabine- hatte ganz viel Gelegenheit, Fragen zu den Gärten, Pflanzen, Anbaumethoden und diversen anderen Themen zu stellen.

Tee-Trieb vor dunklem Hintergrund

Da ist sie: Die Teepflanze

Drei Teefachleute begutachten einen Teestrauch

Drei Teefachleute beim Fachsimpeln

Während des Besuchs des Teefeldes hatte ich kurz das Gefühl, dass da ein Gewitter kam. Es hatte ein mal gedonnert.
Mir wurde aber erläutert, dass das gar kein Gewitter war, sondern der Sakurajima.

Auf der Rückfahrt war es dann zu sehen:

Vulkan mit Rauchfahne

Der Sakurajima ist aktiv

 

Abends im Hotel haben wir uns dann einen eher profanen Tee-Genuß gegönnt…

Häagen-Dazs Matcha-Stieleis

Zum Tagesabschluss: Noch mehr Tee!

 

Tag elf: Karatsu, teures Porzellan und Strand

Der elfte Tag war wieder ein anstrengender Reisetag:
Von Miyajima aus ging es mit der Fähre zurück auf’s Festland, mit dem Zug nach Hiroshima, dann per Shinkansen nach Hakata (Fukuoka) und anschließend mit der Bummelbahn nach Karatsu.

Torii Miyajima von der Fähre aus

Das Torii bleibt zurück, wir fahren weiter

Ein bischen verwirrt waren wir in Hakata, dass wir erst eine (private) U-Bahn nehmen mussten, die dann erst nach 10 Haltestellen zum JR-Zug wurde. Die private U-Bahn fährt nämlich auf einem ganz anderen Gleis…

In Karatsu konnten wir dann direkt einchecken, denn die Reise hatte etwas gedauert.

Nach kurzer Erholung im Zimmer ging es dann in die Stadt, wir waren schließlich nicht zum Spaß, sondern für Porzellan hier.

Die Burg von Karatsu über den Fluss

Die Burg von Karatsu

In der Nähe des Bahnhofs fanden wir dann eine Einkaufspassage, bei der jedes dritte Geschäft der Ausstellungs- und Verkaufsraum eines Töpfers war. Zum Verkauf stand wirklich tolles Kunsthandwerk – zu entsprechenden Preisen. Manche Matcha-Schalen für über 300.000Y (ca 240€). Tolle Sachen! Wer gerne ein paar Hundert Euro in wirklich einzigartige Töpferware investieren mag, ist hier richtig.

Porzellan aus Karatsu

Kyusus aus Karatsu

Kannen auf einer Bank vor weißer Wand

Vor einer Werkstatt: Töpferauslage

Nach dem Porzellanbestaunen ging es wieder Richtung Hotel, das auf einer Halbinsel zwischen Fluss und Meer lag – und es gab das Abendessen standesgemäß am Strand.

Sushi vor dem Strand und Meer

Abendessen am Strand